Wörter mit Sternchen

 

 

Ich bin für Sprachwandel.

Wenn ich es nicht wäre: egal.

Es gibt ihn, ob ich das will oder nicht.

(Das ist so ähnlich wie beim Klimawandel: Es gibt ihn, ob wir das wollen oder nicht.)

 

Weil es den Sprachwandel nun mal gibt, und das schon immer, finde ich:

Immer her mit den kleinen Sternchen oder Unterstrichen!

Es geht um Wörter wie diese: Schriftsteller*in bzw. Schriftsteller_in.

Wer sich um geschlechtergerechtes Schreiben bemüht, kann diese Formen verwenden und damit klarmachen: Ich meine alle Geschlechter, das weibliche, das männliche und sonstige. Ich schließe möglichst alle Menschen in mein Schreiben ein.

Das finde ich gut.

 

Gerade habe ich einen Beitrag von Anatol Stefanowitsch über mögliche Kritik an diesen Schreibweisen gelesen.

Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch ist Professor für die Struktur des heutigen Englisch an der Freien Universität Berlin.

Hier geht es zu seinem Beitrag im SPRACHLOG:

Gendergap und Gendersternchen in der gesprochenen Sprache

Wie schon der Titel des Aufsatzes besagt: Er befasst sich damit, wie man Wörter mit der noch ungewöhnlichen Schreibweise denn ausspricht.

Kritiker*innen meinen: geht ganz schlecht.

Stefanowitsch dagegen zeigt: geht sehr gut.

Das Wort Kritiker*in spricht man eben anders aus als die weibliche Form Kritikerin.

Bei Kritikerin binden wir r und i zusammen: Kri-ti-ke-rin.

Bei Kritiker*in machen wir eine Sprechpause vor in: Kri-ti-ker-in.

Damit ist das Wort in seiner besonderen Form auch beim Sprechen zu erkennen.

Das ist, sehr stark zusammengefasst, der Inhalt oder jedenfalls die Botschaft des Textes von Stefanowitsch:

Gendersternchen und Gendergap sind praktisch und einfach.

Die linguistischen Einzelheiten finde ich interessant, aber nicht so wichtig.

 

Ein Einwand: Es gibt beim Hören eine gewisse, geringe Verwechslungsgefahr mit den beiden Einzelwörtern Kritiker und in

Missverständnisse gehören allerdings zur Sprache. Durch den Zusammenhang erklärt sich ja meistens schnell, was gemeint ist.

 

Wer schreibt (und spricht), will verstanden werden. Das ist mein Motto.

Und die, die zuhören (und lesen), sollten verstehen wollen. Dann klappt es.

 

Anmerkung:

Dieser Text ist nicht in Leichter Sprache geschrieben.

Leichte-Sprache-Texte finden sich auf meiner Internetseite Bonn für alle.